Verzeichnis

 

Hauptstraße 2

Adresse von 1842: nicht bekannt
Adresse von 1932: Hauptstraße 5

Im 19. Jahrhundert

Pensionat des Bärmannschen Knabeninstituts. In der Handelsschule des Bärmannschen Knabeninstituts wurde den Knaben im Alter von 12 bis 15 Jahren kaufmännische Kenntnisse vermittelt. Unterrichtet wurden „deutsche, englische und französische Sprache, Geschichte, Geographie, Naturlehre, Rechnen, Kalligraphie, Zeichnen, spezielle Handelswissenschaft und Religionsunterricht, der durch Pfarrer der christlichen Konfessionen und den Lehrer der israelitischen Schule Ingenheim erteilt wurde" (2). Für alle diese Fächer standen die entsprechenden Lehrkräfte zur Verfügung. Die Aufsicht oblag der protestantischen Distriktschulinspektion Bergzabern. Der Bezirksrabbiner zu Landau hatte das Recht den Religionsunterricht der israelitischen Schüler zu überwachen.
Aus einem allgemeinen Bericht aus dem Jahr 1867 geht hervor, dass "nicht bloß für das kaufmännische Fach, sondern auf Verlangen auch in den klassischen Sprachen zur Vorbereitung auf eine höhere gelehrte Anstalt Unterricht erteilt (wird). Auch in der englischen Sprache wird vortreffliches geleistet." …"überraschend war die Gewandtheit der Zöglinge im Rechnen, das von Herrn Bärmann unterrichtet wird." (1)
 
"Die Anstalt besuchten 83 Schüler: 64 waren Bewohner der Heime" (Herr Bärmann hatte neben der Anstalt ein Haus zur Aufnahme der israelitischen Schüler bauen lassen - heute Hauptstraße 2 - später "Sendersche Pensionat" - daneben existierte das "Trautmannsche Pensionat" für die christlichen Heimschüler) "die übrigen kamen aus Ingenheim und Orten der Umgebung, 49 waren protestantischer, 19 katholischer und 15 israelitischer Konfession" (2).

Quellen:
(1) Über das "Knabeninstitut Ingenheim", Allgemeiner Bericht (1867), Artikel in der Zeitschrift "Ben Chananja" vom 15. November 1867
(2) Sonderdruck Blätter für pfälzische Kirchengeschichte und religiöse Volkskunde, Jahresband 1995 - 62. Jahrgang: Das Knaben-Institut zu Ingenheim, von Günther Volz

1874 verlässt Simon Bärmann das Knabeninstitut und gründet in Bad Dürkheim die "Bärmannsche Realschule". Das Knabeninstitut Ingenheim wird 1877 aufgelöst.


Im 20. Jahrhundert

Max Marx, mit Emmy Silbermann verheiratet, wohnte mit Rudi Marx (geb. 15. Dezember 1907) und Walter Marx (geb. 18. November 1910, gest. 9. September 1920, im Alter von 10 Jahren) in der Hauptstraße 5. Er betrieb im Stammhaus der Familie in der Kirchgasse Nr. 180 ein Manufakturwarengeschäft.