Verzeichnis

 

Fischel Erich Jakob

Beruf(e): Kaufmann
Geburtsdatum: 17.06.1896
Geburtsort: Ingenheim
Sterbedatum (Todestag): 04.09.1981
Sterbeort: Eberbach
Wohnort(e): Landau in der Pfalz, Nürnberg, Berlin, Manhattan, Miami / Florida

Der Kaufmann Erich Jakob Fischel war der Sohn des Fruchthändlers Leon Fischel und dessen Ehefrau Klara geb. Isaak aus Ingenheim. Geboren am 17.Juni 1896 in Ingenheim wuchs er zusammen mit seiner zwei Jahre älteren Schwester Lydia auf. 1906 zog Erich von Ingenheim nach Landau / Pfalz und wohnte hier unter wechselnden Adressen: 1914: Ostring 20, 1920 im Ostring 9 bei seiner Mutter, 1923 in Privat 6 bei Gienandt und 1926 wieder bei seiner Mutter. Am 10. Oktober 1928 ist er in Berlin 50, Raiffeisenstraße 26 gemeldet.
 
Im ersten Weltkrieg war Erich, der zu jener Zeit in Nürnberg wohnte, beim bayerischen Fußartillerie-Bataillon 17, danach beim 23. bayer. Infanterie-Regiment Nr.5 (Metz) Ersatzbataillon und nach mehreren Stationen bei der bayerischen Nachrichten-Ersatzabteilung 1 (München) stationiert.
 
Bei seiner Hochzeit am 3. Dezember 1930 mit Gertrud Hoffmann, geb. Anhang, war er in Charlottenburg, Passauerstraße 26 gemeldet. Das Paar blieb kinderlos. Die Ehe wurde 1942 in Dade-Miami geschieden.
 
Unter dem NS-Regime musste Erich am 31. Dezember 1938 zusätzlich den Namen „Israel“ annehmen. Um den immer mehr verschärften Verfolgungen des Nazi-Staates zu entkommen, emigrierte das Ehepaar mit SS Roosevelt von Le Havre aus nach New York, wo sie am 25. März 1939 ankamen. Am 6. Dezember 1944 wurde Erich in New York eingebürgert.
 
Die meiste Zeit in den USA wohnte Erich in Manhattan, New York.
Am 3. November 1947 heiratete Erich in Manhattan wider seine geschiedene Ehefrau Gertrude.
Sein letzter Wohnort in den Staaten war Miami, Florida.
 
Dann kehrte Erich, der ja die amerikanische Staatsangehörigkeit angenommen hatte, nach Deutschland zurück. Als Beruf gab er an: Landarbeiter. Hier wohnte er anscheinend in Baden-Baden im Altersheim „Haus Reich“. (Andere berichten von einem Hotel in Baden-Baden). Die offizielle Meldeadresse lautete: Maria-Viktoria-Straße 39 in Baden-Baden. Erich zog dann in das Seniorenheim Rockenau in der Rockenauer Straße 180. Dieses Haus war anfänglich ein Lungensanatorium, wurde von 1963 bis 1978 als“ Fachklinik Eberbach GmbH“ als Privatkrankenhaus geführt und ab 1980 als „Pflegeheim Seniorenstift Eberbach“.
 
Laut Angaben der Nicht von Erich, Frau Ursula Printz Morgensen, beabsichtigte Erich in ein jüdisches Altersheim im Frankfurt / Main zu ziehen. Doch durch seinen Tod am 4. September 1981 kam es nichtmehr dazu.
 
Der Leichnam wurde nach New York überführt und von dort im Cedar Park Cemetery, Paramus, Bergen, New Jersey neben seiner am 26. März 1964 verstorbenen Ehefrau Gertrud bestattet. Das Sterbedatum auf seinem Grabstein mit „01.09.1981“ weicht von dem standesamtlichen Sterbeeintrag in Eberbach ab. Dort heißt es: „04.09.1981“.

Dank an Dr. Marius Golgath, Stadtarchiv Eberbach, für wertvolle Informationen!
 

Verwandtschaft

Sohn von: Fischel Leon
Sohn von: Fischel Klara
Bruder von: Printz Lydia
Enkel von: Fischel Heinrich