Verzeichnis

 

Eisemann Eugen

Beruf(e): Lehrer
Geburtsdatum: 24.03.1872
Geburtsort: Ingenheim
Sterbedatum (Todestag): 18.12.1964
Sterbeort: Portland
Wohnort(e): Ingenheim, Bischweiler, Erfurt, Portland

Eugen wurde 1872 in Ingenheim als Sohn des Lehrers Jacob Eisemanns und dessen Ehefrau Rosa Frankenberger geboren.
1879 besuchte er die Vorschule des Gymnasiums in Truchtersheim, wo seine besonderen Leistungen im Fach Mathematik auffielen.
Nach dem Abiru 1889 in Mühlhausen begann er sein Jura-Studium in München und Straßburg. 1892 legte er die Referendarprüfung mit Erfolg ab, ebenso sein Assessorexam 1898.
1903 wurde er in Truchtersheim Amtsrichter.
Im August 1905 heiratete er Charlotte Ortweiler in Meiningen in Thüringen.
1912 wechselte er ans Amtsgericht in Bischweiler.
Als das Elsass 1918 wieder französisch wurde, bereitete er die Auswanderung vor. Denn 1919 wurde ihm angedroht entweder vor ein französisches Säuberungsgericht gestellt zu werden oder auszuwandern.
Dies geschah unter verschärften Bedingungen. Er nahm Zuflucht in einem Tanzsaal zum Anker in Greffern bei Rheinmünster, bevor es nach Meiningen ging, wo die Eheleute bei Schwager Julius
Ortweiler Unterschlupf fanden.
Aus seiner Erfahrung der Auswanderung eröffnete Eugen In Erfurt eine „Stelle zur Beratung und Betreuung für aus Frankreich verdrängte.
1923 wurde er Regierungsrat des Reichsentschädigungsamtes zuerst in Erfurt, dann in Berlin. Daneben arbeitete er bei Rechtsanwalt Alex Heilbronn in Erfurt.
1929 war er Regierungsrat der Finanzen in Teltow.
1935 wurde er nach den Nürnberger Rassegesetzen in vorzeitigen Ruhestand versetzt. Auch seine weitere Arbeit als Häuserverwalter in Berlin für die Immobilien von Lydia Auerbacher und dann für deren Tochter Käte Wolfheim, die in Tel Aviv Zuflucht gefunden hatte, wurde ihm verwehrt.
1938 bat er seine in die USA emigrierten Söhne um ein „Affidavit“ für seine Einwanderung. Obwohl sein Sohn für ihn bürgte, verschob sich die Visaerteilung immer wieder, da wegen des großen Auswandereransturms er eine sehr hohe Nummer erhalten hat. Wegen dieser Verzögerung emigrierte Eugen nach London, wo 1940 endlich das ersehnte Visum eintraf.
In der Zwischenzeit bis zur Abreise am 11. September 1940 musste sich die Familie immer wieder vor Fliegerangriffen der Deutschen Wehrmacht schützen, besonders bei den heftigen Angriffen auf London.
Endlich gelang es ihnen in Liverpool die SS Scythia zu besteigen. Wegen der großen U-Bott-Gefahr und Luftangriffen versammelte sich in Liverpool ein Konvoi aus sechs Passagierschiffen und zwei Zerstörern mit vier Flugzeugen, um gemeinsam auszulaufen. Einen Luftangriff konnten sie gut überstehen. So ging es nach USA. Tägliche Alarmübungen und Einübung von rettenden Handgriffen bestimmten die ersten Tage, besonders bei der gefährlichen Durchquerung der irischen See, wo immer mit U-Boot-Angriffen gerechnet werden musste.
Nach neun langen Tagen erreichten sie am 3. Oktober New York.
Sie zogen im März 1941 nach Portland, wo sie gemeinsam mit Sohn Frank wohnten, bis dieser sich mit Gerda Eisenhardt vermählte.
Eugen suchte lange nach einer Beschäftigung. Er arbeitete als Gärtner bei Privatleuten. Dann dreieinhalb Jahre als Brillenwäscherin bei Riggs Optical Company in Morgan Building. Danach gelang es ihm nicht mehr eine bezahlte Arbeit zu finden.
Seit 1942 arbeitete Eugen bei der Zeitung „Aufbau“ und half anderen Neuankömmlingen i deutscher Sprache sich zurechtzufinden.
Dann hat er einen kleinen Betrieb für Magazine aufgebaut.
Ehefrau Charlotte fang eine Arbeit.
Außerdem arbeitete sie als Babysitterin und später bei „Quality Pie Shop“ und als Inspector für bei „Irving & Co“, einer Firma, die Teile für Bomben herstellte.
Am 16. November 1947 erhielten beide die Einbürgerung.
Eugen starb 1964 im Alter von 92 Jahren in Portland, Oregon.
 

Verwandtschaft

Ehemann von: Eisemann Charlotte
Sohn von: Eisemann Rosa
Vater von: Eisemann Erich
Vater von: Eisemann Frank Howard
Sohn von: Eisemann Jakob
Bruder von: Eisemann Hugo
Bruder von: Eisemann Bruno
Bruder von: Weinschenk Alma Regina
Bruder von: Eisemann Leo