Mordechai Sohn des Jehuda
Gestorben und begraben Sonntag, 11. November 1781.
Hochrechteckige Stele mit Karniesbogenabschluss. Breiter scharrierter Rahmen am Bogen, an den Seiten pilasterartig in Tauoptik ausgeführt. Unter dem Bogen große Krone, rechts und links Blüten im Hochrelief. Schrift erhaben.
Vermutlich weitere Zeilen mit dem Segenswunsch in der Erde.
Z. 2: Vgl. Jesaja 58,14: „Du wirst dich ergötzen an dem Ewigen“.
Z. 3: Verschreiber bei מנהיג, „Leiter“ statt des jud ein nun.
Z. 3b/4a: 1 Samuel 19,5 („er tat sein Leben in seine Hand“), dort über David gesagt, der sein Leben wagte und die Philister schlug; Anspielung auf die Leitungsposition.
Z. 4b/5a: Vgl. Midrasch Bamidbar Rabba 14,6. גזירה, „Verordnung“, häufig für judenfeindliche Bestimmungen, hier verstärkt durch שטנים, „bösartige“, „teuflische“.
Z. 5b/6a: bSot 10a, über Schimschon gesagt.
Z. 6b: Vgl. bSan 68a.
Z. 7/8a: mAv 1,5.
Z. 8b/9a: Vgl. Sprüche 9,2.
Z. 9b/10a: Vgl. Sprüche 22,9.
Abkürzungszeichen: Punkte.
Eine geradezu ‚klassische‘ Würdigung für einen Vorsteher (einer Landesjudenschaft?) in der Frühen Neuzeit, der nicht selten gegen wirtschaftlich verderbliche, zuweilen auch judenfeindliche Verordnungen vorgehen musste. Diese und ähnliche Eulogien fanden Eingang in Verzeichnisse von Musterinschriften.
Die erhaltenen Zeilen der Inschrift geben keinen Hinweis darauf, in welcher Gemeinde Mordechai b. Jehuda wirkte.